Donnerstag, 17. August 2017

Premiere


Es gibt Dinge, von denen man denkt, sie nie zu tun.
Und das, obwohl es keinen Grund gibt, sie nicht zu tun.
So ging es mir mit dem Bedrucken von Shirts.


Ich bin nicht so der Freund von großen Motiven oder Schriftzügen. War ich noch nie. Deshalb fand ich das Selbernähen auch so toll: es gab keine Shirts mehr mit sonderbaren, sinnfreien Sprüchen oder merkwürdigen Bildern auf dem Vorderteil.


Irgendwann allerdings begegneten mir auf den unterschiedlichsten Blogs immer wieder sehr schöne selbst genähte Shirts mit unauffälligen Plotts, interessanten Drucken oder toll bestempelt.


Plötzlich fielen mir beim Stöbern im Netz wirklich schöne Schablonen für den Textildruck auf. Und dann stellte sich heraus, dass meine Mama auch einige davon besitzt. 
Zufällig war gerade meine FrauJosy aus einem 50cm-Rest Baumwolljersey fertig geworden. Uni, weil ich so ein Shirt brauchte. Aber irgendwie fehlte noch ein i-Tüpfelchen, also hab ich mal gedruckt ☺


Hat Spaß gemacht! Und ist auch kinderleicht.
Man braucht am besten eine selbsthaftende Motivfolie (oder man klebt sie mit Tesa-Krepp ab, so wie ich ...), Zwischen die beiden Stofflagen habe ich eine dünne Schneid-Matte geschoben, damit die Farbe nicht durch drückt. Die Farbe selbst wird mit einem Schwämmchen aufgetupft. Ich war echt überrascht, wie wenig man davon braucht!
Dann vorsichtig die Schablone abziehen, trocknen lassen (bei mir stand etwa 24 Stunden als Angabe auf der Farbe), durch bügeln fixieren - und fertig.



FrauJosy hat schon einige Runden in der Waschmaschine gedreht, aber der Druck ist unverändert schön. Und den Schnitt mag ich auch sehr ...

Liebe Sommer-Grüße schickt euch
Doro

Schnitt: FrauJosy von Schnittreif
Stoff: Baumwolljersey von Der Stoff Handel

verlinkt bei rums


Donnerstag, 10. August 2017

Urlaubsbegleiter mit Statement


Beim Packen für unsere Urlaubsfahrt an die Ostsee war vor allem zwiebellook-taugliche Kleidung wichtig. Es kann schon vorkommen, dass es einen ganzen Tag Binnfäden regnet, die Wolken fast die Erde berühren und man den Eindruck hat, Wasser zu atmen, wenn man sich denn nach draußen wagt. Und dann kommt ein Wind auf und bläst innerhalb einer Stunde sämtliche Wolken vom Himmel. Nur noch ein paar kleine weiße Wattebäuschchen segeln als Schmuck weiter. 


So ein Wind kann dann auch schnell ziemlich stürmisch und temperamentvoll werden. Macht aber nicht. Die Luft ist einfach wunderbar, so klar und frisch und sauber.
Nur warm einpacken muss man sich dann.


Beim Sichten der Urlaubsgarderobe stellte ich einen erschreckenden Mangel an Sweatjacken fest, Anlass genug also, endlich selber eine zu nähen. Schon länger fix und fertig kopiert lag hier "jErika" auf dem Projekt-Stapel, genau neben einem Meter feinstem Nosh-Stricksweat. Zugeschnitten, mit dem Nähen begonnen und mitten im schönsten Flow festgestellt, dass kein passender Reißverschluss im Haus war. Zum Glück gibt´s Onlineshops mit super schneller Lieferung und ich hatte so noch etwas Zeit, mir den Kopf über das Einnähen zu zerbrechen ...


Letztendlich war es gar nicht so schwer, als endlich der Knoten im Hirn gelöst war.
Zum Versäubern des Reißverschlusses kam das sonnengelbe Schrägband zum Einsatz, dass irgendwann mal ohne Bestimmung meterweise hier einzog (wahrscheinlich, weil ich dringend ein paar Sonnenstrahlen an einem trüben Tag brauchte ...)



Da der Sweat sehr breit (1,80m) liegt, bin ich mit einem Meter wunderbar hin gekommen. Nur für die Kapuze reichte der Stoff dann doch nicht. Macht aber nichts, ich mag Krägen zum Einkuscheln auch sehr.
 

Und dann plötzlich wurde aus einer einfachen RV-Jacke MEINE Jacke mit Statement. 


Hope - weil ich hoffte, dass mir dieses Projekt gelingt
Joy - weil sie genau so wurde, wie ich es mir wünschte
Love - weil sie schon jetzt ein Lieblingsteil ist


Liebe Grüße schickt euch
Doro


Schnitt: jErika von Prülla
Stoff: Nosh-Stricksweat in haselnuss aus dem stoffbüro
Reißverschluss und SnapPap von Snaply
verlinkt bei RUMS





Donnerstag, 3. August 2017

So blau wie das Meer ...


Wer mich kennt, weiß, dass ich einen Sehnsuchtsort habe, zu dem es mich immer wieder, wenigstens einmal im Jahr, zieht. Und als die Planungen für unsere Sommerferien anstanden, war klar, wohin. Ich bin so froh, dass der Lieblingsmann da genau so tickt wie ich ...


Sand zwischen den Zehen, Meeresrauschen und windzerzauste Haare - einfach perfekt.
Und ich habe mir dieses Jahr auch die perfekt dazu passende Kleidung genäht. Erholung bedeutet für mich nämlich auch, mir keine Gedanken über meine Kleidung mehr machen zu müssen. Sie einfach zu tragen, mich darin wohlzufühlen und ICH zu sein.


Mit dem Jumpsuit-Schnitt "julika" liebäugelte ich schon eine ganze Weile, spätestens seit Kathrin ihre wunderschönen Hosen danach zeigte, war klar, dass ich mir den Schnitt gönne. Allerdings gehören Einteiler nicht wirklich zu meinen bevorzugten Kleidungsstücken. Aber zum Glück kann man das EINE Teil ja auch als ZWEI Teile nähen. Probehalber habe ich aus einem Rest Sweatstoff Julika als Shorts genäht. Die Länge ergab sich einfach aus der Stoffmenge und ich habe sie erst einmal so gelassen. Jetzt mag ich sie gern.


Da für den Bund nicht mehr genug Stoff vorhanden war, habe ich mit farblich passendem Jersey improvisiert. Zum ersten Mal kam auch meine Ösenzange zum Einsatz - geht ja ganz leicht! Wer hätte das gedacht ... ;) Ein schmaler Jerseystreifenrest hatte gerade die richtige Länge als Bindeband.
Weil ich mir mit der Größe unsicher war und vermeiden wollte, dass die Hose gerade um die Problemzone kneift, habe ich sie in Größe 38 genäht. Das war gar nicht nötig, Gr.36 wäre vollkommen ausreichend gewesen. So hab ich dann auch meine zweite (denn bei einer konnte ich es einfach nicht belassen ...) Julika genäht.
Die Taschen habe ich mit einem klitzekleinen Rest von einem Lillestoff-Lieblingskleid gefüttert. Darüber freue ich mich jedes Mal ☺


Und das Shirt ist auch so ein Lieblingsteil geworden, aus der wunderbar weichen "Streifenliebe" vom stoffbüro. Genäht habe ich es nach dem Grundschnitt mit U-Boot-Ausschnitt von Steffis Buch "Alles Jersey - Shirts und Tops". Seit diesem Buch brauche ich keine anderen Shirt-Schnitte mehr ...


Ich schwelge jetzt noch ein wenig in Meerweh und Urlaubserinnerungen und träume mich zurück an unseren Sehnsuchtsort ...

Liebe Grüße schickt euch
Doro

Schnitt: Jumpsuit julika von Prülla als Short, Shirt aus dem Buch Alles Jersey - Shirts und Tops
Stoff: Sweat vom Stoffhandel, Jersey "Streifenliebe" aus dem stoffbüro 
verlinkt bei rums

Mittwoch, 5. Juli 2017

MMM - Ich packe meinen Koffer ...


... wobei das so bei mir gar nicht stimmt. 
Hier müsste es heißen: Ich räume meine Schränke ein.
Und das mache ich auch gerade:


In ein paar Tagen geht es los zu meinem Sehnsuchtsort am Meer, und ich freu mich schon so ...
Mit dabei sind dieses und dieses Kleid und viele Shirts, unter anderem das hier:


... eine FrauAiko ohne Ärmel aus einem Rest ganz leichtem Viskosestricks. Sehr gern getragen und das sieht man dem Stoff leider auch an - lauter Pillingknötchen. Trotzdem, zum Campen ideal, so wie diese beiden Kimono Tees:



Beide Shirts sind aus Resten genäht, das obere aus Viskosejerseys, das untere aus Baumwolljersey. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie der selbe Schnitt ganz anders wirkt durch unterschiedliche Materialien.

Meine Nähmaschinen haben ab heute auch Ferien - ich gönne ihnen zwei oder drei Wochen Urlaub beim Mechaniker ☺ Und bevor ich die letzten Kleinigkeiten einräume, schaue ich schnell mal rüber zum MMM-Blog, wo man in vielen Koffer stöbern kann.

Eine wunderbare, erholsame und sonnige Urlaubszeit
wünscht euch
Doro



Samstag, 1. Juli 2017

Mit der Kamera durchs Jahr - Juni


Bei Janine ging es in diesem Monat darum, mal den Autofokus der Kamera auszuschalten und seinen eigenen Augen zu vertrauen. Ich mach solche Experimente ja gern. Auch wenn ich manchmal gar nicht weiß, was ich da eigentlich mache ...


 Neulich entdeckten wir am Fluss ehemalige Getreidefelder voller Klatschmohn und Kamille. Und ich hatte ganz zufällig die Kamera dabei. Es war windig und gar nicht so einfach, scharfe Fotos zu machen.




Zarte Blütenblätter in Licht und Schatten - einzigartig!


 Dann kam mir noch ein Storchenschnabel vor die Linse:


Ein bisschen auch noch die Belichtung verändert und eine winzige Windpause abgewartet ...


... denn MIT Wind sah das Foto so aus:


... und noch näher heran und das Atmen eingestellt:


Zum Schluss zeige ich euch noch einen Blick in die Weite:



Ich konnte mich kaum satt sehen - und glaubt mir, das waren längst nicht alle Fotos, die ich gemacht habe.
Nun freu ich mich schon auf´s Juli-Thema "Wasser", da hab ich doch nächsten Monat die ideale Foto-Lokation ☺

Liebe Grüße schickt euch
Doro


Dienstag, 27. Juni 2017

12 colours of handmade fashion: Blau


Ich mag Blau gern - vor allem als Jeans ☺ 
"Obenrum" geht Blau bei mir eigentlich nur, wenn es ein warmer Farbton ist. Also Petrol, Türkis, Mint, Aqua (- wobei das wohl eher schon wieder in Richtung Grün geht?)
Nun fand ich beim letzten Stoffmarkt zu Beginn des Frühjahrs zufällig einen wirklich schönen Viskosejersey-Coupon mit unterschiedlich breiten blauen und weißen Streifen. Der musste mit und ich hatte auch schon eine Idee dafür ... Dann kam Selmins Farbwahl für Juni und alles passte zusammen. Zuerst nähte ich ein Kimono Tee
Und der große Rest wurde ein FrauFrida-Kleid:


Dazu verlängerte ich einfach das Oberteil ganz leicht A-förmig nach unten, so viel mein Stoff hergab.
In Taillenhöhe nähte ich einen Tunnelzug mit Gummiband ein  - fertig.


Obwohl der Jersey recht flutschig ist, ließ er sich doch wirklich gut vernähen. Sogar die Streifen an den Seiten passen haargenau aufeinander. An so was kann sich wohl nur jemand freuen, der selber näht ☺ ...


Das Kleid ist wunderbar luftig und einfach perfekt für heiße Sommertage. Einen Mangel hat es aber doch: ich habe (wieder!) Taschen vergessen. 


Und jetzt freu ich mich darauf, es nicht nur zu Hause im Grünen sondern passend zu den martimen Streifen bald am Meer spazieren zu tragen.

Blau in allen Variationen wird hier bei Selmin gesammelt. Vielen Dank für diese wunderbare Challenge!

Blau geringelte Sommergrüße schickt euch
Doro
  
verlinkt bei creadienstag

Mittwoch, 21. Juni 2017

MMM - Ajaccio


Endlich Sommer! 
Nein, ich stöhne nicht über die Hitze, ich freu mich wirklich! Ich finde es so schön, dass die Sonne scheint, die Wäsche in Nullkommanix trocknet, dass das Leben sich draußen abspielt.


Auch wenn das gerade bedeutet, eher Schatten als Sonne zu suchen, lieber Eisschokolade als Kaffee zu trinken und fast ausschließlich von Wassermelonen zu leben ☺
Kleidertechnisch bin ich froh, mein Ajaccio vom letzten Jahr wieder taus dem Schrank holen zu können. Genäht hatte ich es zum Ende des Sommers aus leichtem Viskosejersey und dann nicht mehr viel Gelegenheit, es zu tragen. 


Ich habe den Schnitt für mich etwas verändert - statt Tunnel und Bändchen-Raffung im Vorderteil habe ich es im Bruch zugeschnitten und mit Framilonband gerafft. Außerdem bekamen Ausschnitt und Armauschnitte schmale Bündchen, damit klafft nichts auf. Ich mag die ärmellose Variante sehr.


Und das Beste: es ist das ideale Urlaubskleid, knitterfrei und super bequem. Damit hätte ich schon das erste Teil für´s große Kofferpacken in zwei Wochen auf dem MMM-Blog☺


Bevor ich wieder nach draußen in die Hängematte verschwinde und vom Urlaub träume, hole ich mir hier noch ein paar Sommernäh-Inspirationen.  

Liebe Sommer-Sonnen-Grüße schickt euch
Doro


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