Sonntag, 13. September 2020

Ein Näh-Krimi


Der große Sohn ist, was seine Kleidung betrifft, sehr anspruchsvoll. Nicht, was Marken oder Label angeht, sondern aus Gründen der Nachhaltigkeit, des Umweltbewusstseins und wegen fairer Arbeitsbedingungen. Deshalb besitzt er auch nicht viel, aber das, was er hat, trägt er in Dauerschleife. 
Für den letzten Herbst mussten nun allerdings wirklich neue wärmere Oberteile her. Und ich hab mich gefreut, als er mich gefragt hat, ob ich sie für ihn nähe. Allerdings wusste ich auch noch nichts von dem Näh-Krimi, der mich deshalb erwartete ...
 


Die Stoffe sind ältere Hamburger Liebe-Designs von Albstoffe, die Schnitte Max und Tom von pattydoo schon öfter genäht und für ihn angepasst. Und trotzdem wäre ich an dem obigen Shirt fast verzweifelt:
Bis auf das Halsbündchen war alles fertig genäht, da befand der Sohn, dass das Shirt lieber etwas kürzer sein sollte. Gestutzt, abgemessen, abgeschnitten, Bund abgetrennt und wieder angenäht, angezogen - natürlich viel zu kurz ( das hatte ich von vornherein vermutet ...). Krise!
Zum Glück hatte ich noch ein fast genau passendes Reststück, damit habe ich die Länge wieder gerettet. Den Bundstreifen konnte ich auch noch mal neu zuschneiden - und nun endlich passte es von der Länge wieder - und war genau so lang wie ursprünglich ...


Blieb noch das Halsbündchen. Aber weil die Schnitte beides T-Shirt-Schnitte sind, war der Ausschnitt etwas weiter. Und so ein Sommersweat ist natürlich auch ein bisschen fester als Jersey. So kam es, dass trotz Bündchenstreifen der Ausschnitt immer noch zu weit war. Und nicht nur ein bisschen. Also wieder trennen und mit viiiile Kraft dehnen und neu annähen. 
Ich muss nichts mehr schreiben, oder? Dass die aufzutrennenden Nähte alles Overlook-Nähte waren, muss ich sicher nicht extra erwähnen ...
Für das zweite Shirt habe ich also noch mal genau Maß genommen und dann tatsächlich in einem Rutsch genäht. Und es passte - puh!


Die Shirts wurden schon gern und viel getragen und sind wirkliche Lieblingsstücke geworden. Also hat sich die ganze Arbeit doch gelohnt ;)






Mittwoch, 2. September 2020

MMM - Flooradress


Seit gestern ist es offiziell: der Herbst ist da. Zumindest meteorologisch gesehen. Und wettertechnisch auch - gestern Abend haben wir die Heizung angestellt! 
Ein bisschen wehmütig bin ich ja jedes Jahr, wenn der Sommer sich verabschiedet, aber nichts desto Trotz mag ich den Herbst sehr gern mit seinen kräftigen Farben, seinem sanften Licht und seinem typischen Geruch. Und kleidungstechnisch mag ich den Herbst auch - ich bin ein Zwiebelmensch ;)
Nur mit dem Nähen, da bin ich gerade noch nicht im Herbst angekommen. Auf meinem Nähtisch liegt ein halb fertiges Leinenkleid und eine FrauJosy wartet schon länger zugeschnitten darauf, endlich genäht zu werden. Aber jetzt hab ich irgendwie keine Lust mehr auf Sommersachen ...
Deshalb zeige ich euch heute zwei Shirts, die ich mir letztes Jahr zum Herbstbeginn genäht habe und wirklich sehr mag.


Der Schnitt ist das "Flooradress" von Rosa P., variabel zu nähen als Kleid oder als Shirt mit oder ohne Rüsche. Für meine erste Version habe ich den Schnitt als Shirt ohne Änderungen genäht, aus einem sehr sehr flutschigen Stoff, gekauft im Sanetta-Outlet, allerdings ohne Angabe der Zusammensetzung. Ich vermute, da ist viel Kunst drin ;), aber er fällt für diesen Schnitt ideal.


Der Ausschnitt wird mit einem Beleg verarbeitet. Das mag ich total gern. Allerdings war die Belegverarbeitung hier nichts für schwache Nerven, der Stoff ließ sich nicht bügeln (Kunst halt ...) und verzog sich lustig in alle Richtungen. Beim Absteppen dann gab es als Bonus noch schicke Falten, die einfach nicht wegzubekommen waren, so oft ich auch trennte und neu steppte - etwa 4x. Dann hatte ich keine Lust mehr.
Und ehrlich, jetzt, nach einem Jahr, fällt mir das gar nicht mehr auf (und andern wahrscheinlich noch weniger ...)


Die zweite Version habe ich aus zwei Viskosejersey-Resten zusammen gepuzzelt. So eine ähnlich Stoffkombi hatte ich mal im Netz entdeckt und seit dem geisterte so ein Shirt durch meinen Kopf.


 Die Rüsche beginnt bei diesem Shirt weiter oben und ist auch nicht so stark eingekräuselt wie beim Original, aber das ist einfach der jeweils (nicht) vorhandenen Stoffmenge geschuldet.


Hier habe ich übrigens den Ausschnitt statt mit Beleg mit einem schmalen Bündchen versäubert.


 Ich mag das Shirt total gern, es trägt sich super bequem, ist völlig fleckunempfindlich und für den Zwiebellook ideal.
Und der Kisay-Cardigan vom letzten Post passt auch gut darüber :) Das müsst ihr mir jetzt glauben, für Fotos war es die letzten Tage einfach viel zu dunkel ...

Nun bin ich sehr gespannt, ob es heute beim MeMadeMittwoch noch viele Sommerkleider oder schon die ersten Herbstoutfits zu sehen gibt!

Liebe Grüße von
Doro




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