Die vergangene Woche war ziemlich angefüllt mit Terminen, geplanten und ungeplanten.
Und ich kam gar nicht richtig dazu, den Frühling zu genießen.
Zum Glück haben wir am letzten Wochenende die freie Zeit und den Sonnenschein gut genutzt und zum ersten Mal in diesem Jahr wieder meine Lieblingswanderung gemacht.
Zuerst ging es den Berg hinauf und durch ein Wäldchen, dessen Boden über und über mit Lerchensporn bedeckt war.
Weiter führte unser Weg auf einem Wildwechsel-Pfad entlang knospender Bäume, immer dicht am Hang.
Das erste Ziel erreichten wir kurz darauf:
das "Hasenloch".
Das ist eine kleine Felsgrotte mit einem "Schlot" nach außen.
Als ich ein Kind war, erzählten meine Großeltern meiner Schwester und mir vom Osterhasen, der dort die Eier färbte.
Und wirklich, wenn wir dorthin gingen und gaaanz leise waren, konnten wir noch Eier dort finden, die er in der Hast seiner Flucht vor uns vergessen hatte.
An den Felswänden sah man Farbspritzer und ein alter, verkohlter Topf stand unter dem Schlot.
Dorthin zu wandern, war für mich und meine Schwester immer sehr spannend.
Als unsere Kinder groß genug waren, wanderten wir auch mit ihnen jedes Jahr in der Vor-Osterzeit dort hin - und ob ihr´s glaubt oder nicht, man konnte dort tatsächlich immer noch kleine Schokoladen-Eier finden!
Auch die Farbspritzer entstehen auf geheimnisvolle Weise in jedem Jahr neu ...
Und obwohl unsere Kinder jetzt eigentlich schon groß sind, ist immer noch unsere liebste Wanderung im Frühling zum "Hasenloch".
Am Fuß der Felsen blühen duftende Veilchen.
Unsere Wanderung führte uns weiter auf einem historischen Weg: dem alten Schulweg der Kinder vom Oberdorf. Das ist ein schmaler Pfad oberhalb eines natürlichen Steinbruches.
Wenn ich mir vorstelle, dass die Kinder vor 100 Jahren tatsächlich diesen Weg Sommer wie Winter gehen mussten, dann bin ich froh, dass der Schulweg unserer Kinder so viel einfacher ist - wenn auch nicht immer ungefährlicher ...
Trotzdem liebe ich es heute, diesen Weg zu gehen. Vor allem im Frühling, wenn die Bäume noch kein Laub haben und man von den Felsen hinunter ins Tal sehen kann.
Noch einen Lieblingsweg von mir gehen wir dann auf dem Rückweg unserer Wanderung, am Wässerchen entlang.
Das war unser täglicher Weg, als die Kindern in den Kindergarten gingen. Man konnte gefühlte Stunden damit zu bringen, Steine ins Wasser zu werfen oder Blätter schwimmen zu lassen. Und besonders gerne taten die Kinder das, wenn wir es extra eilig hatten ...
So manche Schuhe haben wir aus dem Bächlein gefischt und so manches Mal einen Sturz in dasselbe vereitelt.
Und wenn wir heute dort entlang gehen, schwelgen auch unsere Kinder in Erinnerungen ☺
Habt ihr auch solche Lieblings - Erinnerungs - Wege?
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende!
Liebe Grüße schickt euch
Doro