Mittwoch, 6. Januar 2021

MMM - Jahres-Rückblick

Neulich las ich einen Satz:
"Ich nähe um des Ergebnis willen, aber ich stricke wegen des Tuns." 
Ich bin kurz in mich gegangen - um dann festzustellen: Genau! So ist das bei mir auch. 
Ich lese öfter davon, wie wichtig es für viele von uns ist, wenigstens jeden Tag ein paar Minuten an der Nähmaschine zu haben, auch wenn es nur für eine Naht reicht. Bei mir ist es eher so, dass ich glücklich bin, wenn ich wenigstens ein paar Minuten Zeit habe um ein paar Maschen zu stricken. Das ist für mich wirklich Entschleunigung, Entspannung und einfach Freude. Vielleicht liegt es daran, dass ich in einer für mich schwierigen Zeit wieder angefangen habe zu stricken und das Nähen erst später dazu kam. Bis heute finde ich Nähen eher spannend als entspannend. Und ich nähe tatsächlich nur, wenn ich etwas brauche oder möchte. Da geht es mir ganz klar nur um das Ergebnis - das zum Glück mittlerweile fast immer so ist, wie ich es mir vorstelle.
Und so sind im vergangenen Jahr einige Kleidungsstücke für mich entstanden, die hier auf dem Blog noch nicht aufgetaucht sind. Da ist doch so ein Rückblick eine gute Gelegenheit, sie mal zu zeigen:
 
Frau Holly von StudioSchnittreif aus einem Viskose-Coupon vom Stoffmarkt: sehr gern und viel getragen, auch wenn ich mit der Halsausschnittverarbeitung nicht ganz glücklich bin.
 

Ringelshirt nach meinem bewährten Schnitt aus "Alles Jersey, Shirts und Tops": grün, Ringel - das kann nur ein Liebling sein ;)
 

Für meine Freundin nähte ich im März ein Geburtstagskleid aus Viskosejersey, nach noch einem bewährten Lieblingsschnitt (Ein Schnitt, vier Styles von Rosa P.) Das Kleid hätte ich auch gern selber behalten ;)
 

Im Frühling probierte ich einen neuen T-Shirt-Schnitt aus, FrauTina von StudioSchnittreif. Ich mag die lockere Passform und die überschnittenen Ärmel sehr, davon gibt es in diesem Jahr bestimmt Nachschub - T-Shirts sind Mangelware im Schrank ...
 


 Zur standesamtlichen Trauung unserer zweitältesten Tochter habe ich mir eine Pirkko-Pants genäht (hier) und dazu eine FrauAiko aus Viskose - bewährter Schnitt ;) und im Sommer für mich ideal:
 

Zwei Kimono Tees habe ich auch  genäht, eins in hellgrün ohne Schnickschnack (und ohne Foto, dafür viel getragen) und eins in türkis mit einem Tropfenausschnitt. Erst fand ich den Ausschnitt zu weit geraten, aber jetzt mag ich das Shirt trotzdem sehr:


Im November heiratete unsere zweitjüngste Tochter und ich wollte mir auch für ihre standesamtliche Trauung etwas nähen. Schon länger stand ein Shirt Siesseby von der Schnittquelle auf meiner Wunschliste, nachdem mein erstes wegen schlechter Stoffqualität meinen Schrank verlassen musste. Ich hatte mir für meine zweite Version extra einen Baumwollstrick mit Ajourmuster bestellt, aber schon beim nähen war mir klar, dass es wieder nicht der ideale Stoff dafür ist. Ein Lieblingsteil ist es jedenfalls nicht geworden. Und ob ich noch einen Versuch mit diesem Schnitt mache, weiß ich noch nicht ...


Zum Schluss zeige ich euch noch ein Kleid Nr.1 von Rosa P. - ein Schnitt, den ich auch schon öfter genäht habe und den ich sehr mag:

 
Aber: dieses Kleid gibt es nicht mehr. Jedenfalls nicht im Ganzen. 
Irgendwie war mir das Kleid zu eng an den Armen und die Taschen, die ich wegen des dickeren Stoffes weggelassen hatte, fehlten immerzu. Also habe ich vor ein paar Wochen die Schere genommen und das Kleid unter den Brustabnähern zerschnitten. Umgenäht, Gummi rein - jetzt habe ich einen sehr bequemem Couch-Rock. Die Taschen fehlen immer noch, aber wer braucht die schon auf der Couch ...
Das Shirt dazu ist auch neu, aus sehr weichem Baumwolljersey und nach dem selben Schnitt wie das Ringel-Shirt (bewährt - ihr wisst ja ...)


Insgesamt kann ich sagen, mein Nähen um des Ergebnis willen hat sich gelohnt, fast alle Teile habe ich sehr gern und schon oft getragen. Aber ganz sicher lag das auch an den Schnitten, die ich kannte, angepasst habe, die ich mag, in denen ich mich wohlfühle.
Ich denke, mit diesem Konzept kann auch 2021 nicht viel schiefgehen. Und wer weiß, vielleicht überkommt mich ja doch noch mal die Lust auf Näh-Experimente ...

Rückblicke, Ausblicke und einfach schöne Kleidung wird heute wieder auf dem MMM-Blog
gesammelt!
 
Ich wünsche euch allen ein gesegnetes, gesundes neues Jahr!

 

 

Sonntag, 20. Dezember 2020

WKSA - Finale

 Trotz einer sehr ruhigen terminfreien Adventszeit bin ich gefühlt erst auf die letzte Minute mit meinem Weihnachtskleid fertig geworden.
Obwohl - bis Heilig Abend sind es ja noch 4 Tage, also war es ja gar nicht soo knapp ...
 
Zuallererst: mein Kleid  - "Ida" aus dem "Rosa P. Kleiderschrank"-Buch - ist so geworden, wie ich es dachte.
Ob wir beide Freunde werden, bleibt allerdings abzuwarten. So eine Art Kleid hatte ich noch nie ...
Und hier ist es also:

 
Das Nähen war wie zu erwarten, keine Hürde. Allerdings überraschte mich der Stoff nach der Wäsche etwas. Ihr erinnert euch, geschenkter Stoff unbekannter Zusammensetzung? Die Brennprobe deutete auf Leinen mit Viskose hin, jedenfalls kein Poly. Nach der Wäsche hatte der vorher recht feste Stoff ziemlich "Drape" und verhielt sich beim Zuschneiden und Nähen eher wie flutschige Viskose als wie Leinen.
Deshalb hingen auch die Taschen an der original vorgesehenen Stelle - auf der Seitennaht - sehr unschön sackig herum. Also habe ich sie komplett auf das vordere Rockteil geholt. Nun hat mein Weihnachtskleid ein bisschen was von einem Schürzenkleid, aber da ich Weihnachten sicherlich viel Zeit in der Küche zubringen werde, ist das wohl in Ordnung. Ein bisschen sackig hängen die Taschen immer noch, aber um das zu ändern, hätte ich sie verstärken oder doppeln müssen. Und dazu hatte ich einfach keine Lust ...


Was mir wirklich gut gefällt: alle Ausschnitte werden mit Belegen eingefasst. Und da passte alles perfekt. 

Ich habe das Kleid ohne Änderungen in Gr.36 genäht, da ich durch meine Erfahrungen mit einem anderen Schnitt aus diesem Buch noch wusste, dass die Schnitte eher groß ausfallen. Und so war es auch bei diesem Kleid. In weiser Voraussicht habe ich seitliche Bindebänder eingefügt, damit kann ich jetzt das Kleid auf Figur bringen oder gegebenenfalls etwas nachgeben, wenn der Plätzchenkonsum überhand nehmen sollte. Ohne die Bänder hätte ich wohl einen Sack genäht ...



Die Bänder sind lang genug um das Kleid, je nach Belieben, hinten oder vorn zu binden.


Das Rockteil habe ich mit einem Rest Baumwoll-Satin gefüttert. Einige von euch dachten beim letzten Treffen, das wäre der Stoff für´s Kleid. Vielleicht wäre das auch gar keine schlechte Idee gewesen (wenn noch genug davon vorhanden gewesen wäre ...), denn als Futter ist der Stoff nur so semi geeignet. Ich habe das Gefühl, er klebt stärker an der Strumpfhose als der Oberstoff. Falls sich das bewahrheitet, werde ich also das Futter wieder raustrennen und meinen "normalen" Unterrock drunter ziehen müssen. Aber erst mal sieht es schön aus ;)


Tja, und mehr gibt es eigentlich zum Kleid nicht zu sagen. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich auch als Sommerkleid gut tragen lässt. Und ich habe noch genug Stoff, um eine flatterige Hose daraus zu nähen.

Jetzt freue ich mich aber erst mal auf die vielen anderen Weihnachtskleider, die ab heute wieder auf dem MMM-Blog
gesammelt werden.
Vielen Dank für die Möglichkeit des gemeinsamen Planens und Nähens in dieser seltsamen Zeit, es hat mir viel Freude gemacht, durch eure Posts zu stöbern!

Ich wünsche euch einen gemütlichen vierten Advent und ein - trotz allem - fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest mit euren Lieben!






Sonntag, 6. Dezember 2020

(noch) Kein Kleid, aber ...

Heute zum Nikolaus-Treffen des WKSA kann ich vermelden:
es gibt noch keine Kleid,
aaaaaber: einen Nikolaus-Pullover ;) 
 
Die vergangene Woche war arbeits- und C-virentechnisch total verrückt. Da brauchte ich zum Abschalten und Runterkommen dringend ein schönes schnelles Projekt, am besten mit sofortiger Wohlfühl-Garantie.
Bei einer spontanen Bestellung bei 1000stoff gab es im Sale ein Reststück gebürsteter Viskosejersey. Ursprünglich dachte ich, daraus ein Shirt für meine bordeauxliebende Tochter zu nähen, aber als ich den Stoff auspackte, war klar, der MUSS bei mir bleiben. So einen weichen Stoff habe ich, glaube ich, noch nie vernäht!
Eigentlich wollte ich mir die Tunika "New Boheme" aus einer älteren Ottobre nähen, aber dazu reichten die 1,2m nicht. Schade.
Aber für den Schnitt "Everyday Lux" aus der Ottobre 5/14, den Frau Alltagsaufhübscherin 
schon oft genäht und gezeigt hat und den ich auch schon immer mal ausprobieren wollte, reichte der Stoff. Also habe ich spontan genäht.
 
 
Dieser Schnitt ist genau so, wie es mir gefällt. Er bietet viel Raum für Kreativität und eigene Ideen und das habe ich gnadenlos ausgenutzt:
Das Vorderteil habe ich ca. 1cm im Bruch verbreitert und dann eine Biese genäht, statt Kapuze gab es einen verbreiterten Ausschnitt und einen hohen Kragen:


... und die Ärmel habe ich auch nach unten hin ziemlich gerade auslaufen lassen und mit einem engeren Bündchen eingefasst. Das hätte sogar noch ein bisschen enger sein können, aber so ist es auch sehr angenehm.
 
 
Der Pulli ist genau so geworden wie ich gehofft habe und soooo weich ... Ich möchte ihn gar nicht mehr ausziehen! 
Ich verrate euch jetzt lieber nicht, dass ich entgegen meiner wirklich festen Vorsätze diesen Stoff in noch zwei anderen Farbstellungen nachgekauft habe ...
 Zu meiner Ehrenrettung kann ich euch aber trotzdem noch einen Weihnachtskleid-Zwischenstand präsentieren:
 

 Zugeschnitten habe ich nämlich immerhin schon. Und auch schon ein paar Nähte genäht. Einer spontanen Eingebung nach (ja, spontan kann ich!) habe ich aus dem Blätter- Baumwollsatin-Rest noch einen Futterrock genäht, ich glaube, dass könnte gut werden.
Und bis zum Finale schaffe ich es bestimmt ;)
 
Die anderen Weihnachtskleider-Zwischenstände werden ab heute wieder auf dem MMM-Blog
gesammelt, vielen Dank dafür!
 
Habt einen schönen restlichen zweiten Adventssonntag! 

Mittwoch, 2. Dezember 2020

MMM - Kleiderliebe

 

Zum Herbstbeginn habe ich in diesem Jahr viele Kleider aussortiert. Aus manchen war ich "rausgewachsen", manche waren einfach durch´s viele Tragen nicht mehr schön. Manche habe ich als "Couch-Kleider" aufgehoben, aber die Kleidermenge in meinem Schrank war sehr überschaubar geworden. 
Das ist an sich ja nicht schlecht - Stichwort Capsule Wardrobe - , aber dann überkam mich doch der dringende Wunsch nach einem neuen Kleid. Ich trage sie einfach echt gerne ...
Am Stoff sollte es nicht scheitern, davon gibt es hier immer noch mehr als genug. Aber welcher Schnitt? Mal was Neues ausprobieren? Oder doch lieber was Bewährtes nähen? Ich schaute mich in gängigen Online-Shops um, welche Jersey-Kleid-Schnitte Frau in diesem Winter trägt und stellte fest: ich habe ja einen Schnitt, daraus kann ich eigentlich (fast) alles nähen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich ihn schon genäht habe, für mich, für meine Freundin, für Sommer, für Winter, mit Taschen und ohne, im Stoffmix, mit Kellerfalten, verändertem Ausschnitt, ... Sogar das Kleid meiner Mama für ihre goldene Hochzeit habe ich nach diesem Schnitt genäht: nach dem Kleiderschnitt aus dem Buch "Ein Schnitt, vier Styles" von Rosa P.
Der Schnitt war also klar. 
Dann bekam ich von einer Bekannten einen Meter Jersey mit diesem Blättermuster geschenkt. Aber ein Meter? Für ein langärmeliges Kleid? Egal. Ich hab´s versucht und überraschenderweise hat der Meter tatsächlich gereicht. Nur an den Ärmeln musste ich noch ein schmales Bündchen ansetzen, damit ich auf die Länge kam.
 

Weil ein Kleid ohne Taschen zwar möglich, aber unpraktisch ist, habe ich welche zum Schnitt hinzu gefügt. Die Taschen sind keine Seitennahttaschen, sondern mit einem schmalen sichtbaren Eingriff. Ich habe bei den Nahttaschen oft das Problem, dass der Stoff in diesem Bereich beult, das habe ich so vermieden. 
 
 
Ansonsten habe ich dieses Mal nichts weiter am Schnitt verändert. Nur die Empire-Naht habe ich mit einer Spitze betont und ein Samtband oberhalb des Rocksaums angenäht. Alles ältere Bestände aus meinem Fundus ...
 
 
Mein roter Kisay-Cardigan
passt wunderbar dazu, aber ich hab mich sehr gefreut, dass auch mein Yooko-Cardigan ein guter Kombi-Partner ist:
 

Dieses leichte Jäckchen mag ich total sehr. Ich habe es bereits im Frühling gestrickt, als Teststrick für Rosa P., allerdings nicht aus der Orginal-Wolle sondern aus der Brushed Alpaka von Drops.
 

Erst war ich mir nicht sicher, ob ich so eine fluffige Jacke tragen mag, aber im Laufe des Jahres stellte sie sich als ein wirklich praktisches Kleidungsstück heraus: passt zu Kleidern und Hosen gleichermaßen, wärmt ohne zu warm zu sein und geht auch festlich - ich habe sie sogar zur Hochzeit unserer Tochter im September getragen.
Und jetzt also über meinem neuen Kleid:
 
 
Eigentlich hätte ich diese Jacke auch gern noch in ein, zwei anderen Farben ... Und Jersey für noch ein, zwei, ... weitere Kleider liegt auch hier. Also, wer weiß?
 
Was landauf, landab an diesem ersten Dezember-Mittwoch getragen wird, kann man wieder auf dem MMM-Blog
bewundern. 

 

Dienstag, 24. November 2020

Sockenparade

 Werbung durch Namensnennung

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, meinen Blog wieder ein bisschen zu beleben. Aber wie das so mit den guten Vorsätzen ist ...
Deshalb möchte ich wenigstens jetzt, wo es auf das Ende dieses sonderbaren Jahres zugeht, noch ein bisschen was von dem zeigen, was in den vergangenen Monaten entstanden ist.
Und das waren in diesem Jahr richtig viele Socken. Schaut mal:
 
Simple Skyp Socks von Adrienne Ku aus säuregefärbter Glitzesockenwolle



Ringelsocken aus Resten


Day by Day-Socks von Ducathi, auch wieder mit viel Glitzer und Glamour selbstgefärbt - und einer Ferse, die mich sehr begeistert hat



Allington Socken von The Knitting Me aus Lana Grossa Meilenweit Kashmere, der weichsten Sockenwolle ever


Zum Ende des Sommers verfiel ich wieder der Pflanzenfärberei. 
Ich habe Sockenwolle gefärbt mit Schilfblüten:
 

... und mit weinroten und lila Dahlien. Da sind die Ergebnisse recht ähnlich: links weinrote, rechts lila Dahlien:
 

Diese ganzen Schönheiten wollten - und wollen noch - Weihnachts- und Geburtstagssocken werden:
 
links Cozy Autumn Socks mit der Ferse der Day by Day-Socken aus lila Dahlienfärbung mit Glitzer
Mitte Woodland Walk Socks, beides Anleitungen von This handmade life, aus einer Schilfblütenfärbung und mit meiner ersten Käppchenferse
rechts Sorbet Socks von Octoberhouse Fiberarts aus einer weinroten Dahlienfärbung und mit Bumerangferse:


Aus den Resten dieser Socken und einem größeren Rest einer Walnussblätter-Färbung habe ich meine ersten Fair Isle-Socken gestrickt, nach der Anleitung der Filisur-Socks. Und die sind nur für mich:



Alle diese Sockenmuster - und noch viele andere - fand ich auf Ravelry und bis auf die Day by Day-Socken sind alle Anleitungen frei.
 
Sicher habt ihr bemerkt, dass von den pflanzengefärbten Strängen des Spätsommers noch lange nicht alle verstrickt sind. Aber noch sind ja nicht alle Weihnachtssockenwünsche abgearbeitet ...
Ich bin dann mal stricken :)
 
 

verlinkt: HOT

Sonntag, 22. November 2020

Ein Weihnachtskleid?

 

Am letzten Wochenende startete der alljährliche Weihnachtskleid-Sewalong auf dem MMM-Blog. Ich habe die einzelnen Beiträge sehr interessiert gelesen, aber für mich stand fest, dass ich in diesem Jahr nicht dabei sein werde. Mir fehlten Motivation und Notwendigkeit, auch wenn ich dieses virtuelle Nähkränzchen immer sehr schön fand.
Dann bekam ich vergangenen Dienstag eine große Kiste mit Stoffen geschenkt. Eigentlich sollten nur Futterstoffe darin sein, aber dann fanden sich auch echte Schätze darin. Die Brennproben zeigten, dass ziemlich viele der Stoffe erst mal kein Poly sind, auch wenn ich die Zusammensetzung nicht kenne.
Und plötzlich waren sie da, die Motivation und die Notwendigkeit: in meinem Stoffschrank ist einfach kein Platz für noch mehr Stoff ;)
Drei Stoffe kamen in die engere Auswahl:
links ein grob gewebter, leicht glänzender Stoff - ich schätze, Leinen mit Viskose,
Mitte ein dünnerer Baumwollstoff
rechts ein Webstoff mit Struktur und einem schönen "Drape", wahrscheinlich auch ein Leinen-Viskose-Mix.

 
Ich habe mich jetzt für den tannengrünen Stoff entschieden, davon ist so viel da, dass ich nicht nur ein Weihnachtskleid, sondern sogar zwei nähen könnte ... Und in Verbindung mit meinem roten Kisay-Cardigan passe ich perfekt unter den Baum - perfekt getarnt nämlich ;)
 
Ich hätte gern ein ärmelloses Kleid, also eher eine Art Kleiderrock, unter dem ich verschiedene Langarmshirts tragen kann. Und: ich möchte keinen neuen Schnitt kaufen, ich habe wirklich genug ...
Nach gründlicher Durchsicht dieser habe ich jetzt zwei Schnitte zur Auswahl:
das Kleid Ida aus dem "rosa p. Kleiderschrank"-Buch:
 

 und das Kleid Laima aus dem Buch "Leinenlooks":


Meine Schwierigkeit besteht jetzt darin, mich zu entscheiden ...
Hat schon jemand einen der Schnitte genäht und einen Tipp für mich? 
Ich denke, beide Schnitte sind relativ einfach zu nähen, haben Taschen und dankenswerter Weise keinen Verschluss, also sollte das Nähen trotz der Fertigstellung diverser Weihnachtswünsche kein Problem sein.

Die Pläne der anderen WKSA-Teilnehmerinnen könnt ihr hier
nachlesen und die Fortschritte werden ab heute hier
gesammelt.
 
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag! 
 
 
 

Mittwoch, 4. November 2020

MMM - Hoffnungsgrün

 Im März, gleich zu Beginn des ersten Lockdown, färbte ich Wolle für´s Gemüt. Gleich 400g Merino-Seide, aber nicht wie sonst mit Ashford-Farben, sondern mit Säurefarben von Dharma. Ich hätte gern ein schönes warmes Hoffnungsgrün gehabt, heraus kam ein knalliges Neongrün. Ich war ziemlich enttäuscht. Es half auch kein Schönreden, die Farbe knallte wirklich richtig extrem. 
Nach ein paar Tagen startetet ich einen Rettungsversuch - mit Dunkelgrün und Schwarz habe ich das Garn überfärbt. Das Neongrün war zwar sehr dominant, aber ich konnte es doch ein bisschen abmildern und abdunkeln. Puh! Es wäre wirklich zu schade um  die Wolle gewesen ...
Und dann habe ich sie verstrickt - zu einem Amrum-Sweater
 
 
So ganz genau kam meine Maschenprobe nicht hin, also habe ich den Pulli eine Größe größer gestrickt. Die Raglan-Schräge habe ich auch ziemlich verlängert, weil ich gern einen lockeren Überziehpulli haben wollte. 
 
 
Das Stricken war Entspannung pur, gerade in dieser sonderbaren Zeit. Durch das Muster wird es nie langweilig und die Motivation bleibt hoch. Einzig die Ärmel zogen sich dann, vor allem der zweite ... Kennt ihr das auch?
 

 Rechtzeitig zum Start in den Mai habe ich meinen maigrünen Pulli dann abgekettet. Und erst mal in den Schrank geräumt. Das Wetter wurde sommerlich, die aktuelle Situation entspannte sich - einen langärmligen, wolligen, hoffnungsgrünen Pulli brauchte ich nicht.
Dafür ist jetzt die richtige Zeit gekommen, ihn wieder heraus zu holen. Und ich freu mich sehr über ihn - die Farbe macht gute Laune und er trägt sich genau wie erhofft: locker, luftig und leicht. Vielleicht kehren ja auch irgendwann wieder solche Zeiten zurück?


Verbraucht habe ich übrigens nur knapp 300g meines Garns (Lauflänge 400m/100g). Vom Rest stricke ich jetzt noch ein hoffnungsgrünes Jäckchen als Willkommensgeschenk für ein kleines Menschlein.

Ich freue mich schon sehr darauf, heute wieder auf dem MMM-Blog
zu stöbern und viel Schönes und Selbstgemachtes an der Frau zu entdecken! 

Hoffnungsvolle Grüße
von Doro
 

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