Vor kurzer Zeit kam ein kleines Mädchen zur Welt, auf das die ganze Familie schon monatelang sehnsüchtig wartete. Als die Information kam, dass die werdenden Eltern sich auf den Weg ins Krankenhaus machten, lagen bei mir die Nerven blank ... na ja, ich bin Mutter ...
Spazierengehen half nur so semi gut. Also suchte ich mir Arbeit für Hände und Hirn. Aber nichts zu anspruchsvolles, weil, wie gesagt, meine Nerven ...
Dieses Blusenshirt aus der Ottobre 2/19 wollte ich schon seit Erscheinen der Zeitschrift nähen, aber richtig Lust darauf hat mir Mond mit ihrer Version des Schnittes gemacht.
Vier Teile - das sollte also nicht zu schwierig sein.
Ich habe eine Viskose vernäht, die schon länger in meinem Vorrat lag und eigentlich ein Rock werden sollte. Sie ist nicht ganz so flutschig und ließ sich wirklich gut zuschneiden. Das Zusammennähen würde sicher keine große Kunst sein.
Aber dann ging das Drama los:
Vorderteil, rechter Ärmel, linker Ärmel - nur leider habe ich den zweiten Ärmel nicht auch ans Vorderteil genäht, sondern an den anderen Ärmel. Es fiel mir natürlich erst nach dem Zusammennähen auf ... Also habe ich wieder aufgetrennt und erst mal das Rückteil mit dem Ärmel verbunden. Dachte ich jedenfalls. Tatsächlich hatte ich das Rückteil an das Vorderteil genäht und es fiel mir erst auf, als ich den zweiten Ärmel ansetzen wollte. Hilfe! Wieder trennen ...
Da kam mir doch kurzzeitig der Gedanke, ob Nähen zum Nerven beruhigen und ablenken vielleicht nicht so gut geeignet ist.
Sicherlich lag es aber auch ein bisschen daran, dass dieser Schnitt Raglannähte hat ohne Armkugel und die Schnittteile von Ärmeln und Körper fast gleich breit sind.
Ich habe mich dann schwer zusammengerissen und neu genäht - und es klappte.
Der Halsausschnitt wird nur umgeklappt und festgesteppt (auch die Ärmel und der Bund werden so versäubert) und ein Gummiband eingezogen. Das war schon die ganze Kunst ... und ich hatte mich lange genug damit beschäftigt, dass es darüber Abend geworden war und bald danach die erlösende Nachricht kam, dass alles gut gegangen war und ich jetzt eine Oma bin.
Immerhin, eine Oma mit einem neuen Blusenshirt :)
Übrigens bin ich von der Passform dieses Mal nicht wie sonst bei Ottobre-Schnitten begeistert. Die Raglan-Schräge ist für mich zu kurz und ich mag den weiteren Ausschnitt doch nicht so gern. Allerdings, würde ich die Bluse als "off-shoulder-Bluse", wie der Schnitt auch konzipiert ist, tragen, säße sie genau richtig. Dafür bin ich aber einfach nicht mehr jung genug ...
Trotzdem mag ich den Stoff sehr gern und auch wenn die Bluse kein Lieblingsteil wird, so ist sie doch trotzdem tragbar. So wie heute, mit meinem Sunday-Cardigan; ein Hauch Frühling im kalten April ...
Und weil ich heute Urlaub habe, kann ich ganz gemütlich dem Schneetreiben vor dem Fenster zusehen und mir auf dem MMM-Blog
sicher wieder (zu) viele Inspirationen für die Frühlingsgarderobe holen.
sicher wieder (zu) viele Inspirationen für die Frühlingsgarderobe holen.






































