Wenn die Herbst/Winter-Saison beginnt, räume ich meinen Kleiderschrank um. Die Sommersachen ziehen aus, die Wintersachen ziehen ein. Die Übergangssachen dürfen das ganze Jahr über bleiben ;)
Bei der diesjährigen Räum-Aktion nun habe ich etliches aussortiert. Dabei waren auch einige Kleider, die ich zwar sehr schön fand, die mir aber von Anfang an nicht richtig gepasst haben. Daraus wird nun Babykleidung und für mich nähe ich einfach ein paar neue. Dafür möchte ich auch mal neue Schnitte ausprobieren, vorzugsweise aber welche, die ich schon habe ...
Den Anfang macht heute das Kleid "Lozenge" aus der Ottobre Woman 5/18. Den Schnitt fand ich schon beim Erscheinen der Zeitschrift schön und nun habe ich ihn endlich in Angriff genommen. Das Oberteil des Kleides hat eine Wickeloptik, aber der dadurch entstehende Ausschnitt ist sehr moderat, das gefällt mir gut. Ich habe am Ausschnitt nichts verkleinert, allerdings ein schmales Bündchen gedehnt angenäht. Damit habe ich ihn vielleicht noch ein bisschen "zusammengezogen".
Der Stoff ist ein gut abgelagerter Baumwolljersey, der ursprünglich tatsächlich auch ein Kleid werden sollte. Das hat er jetzt ja auch endlich geschafft ...
Beim ersten Anhalten fand ich die Kleiderlänge für mich zu kurz, deshalb habe ich das Rockteil mit einem breiten Streifen der linken Stoffseite verlängert. Am Ende stellte sich heraus, dass das gar nicht nötig gewesen wäre, aber ich mag den Effekt jetzt sehr gerne. Und die Länge mag ich auch.
Außerdem habe ich Nahttaschen eingefügt, denn: ein Kleid ohne Taschen, geht das?? Allerdings habe ich mich auch da, bedingt durch die Annahme, der Rockteil säße höher, auch in der Höhe der Tascheneingriffe verschätzt. Die sitzen jetzt wirklich sehr viel zu niedrig. Und ich habe es natürlich erst gemerkt, als das Kleid fertig zusammen genäht war ...
Ich habe eine ganz Weile gehadert und war kurz davor, den kompletten Rockteil zu trennen und die Taschen höher zu setzen. Dann hat mein Pragmatismus über den Perfektionismus gesiegt, denn um ein Taschentuch zu verstauen, ist das völlig in Ordnung. Ich werde selten mit beiden Händen in den Taschen in der Gegend herumstehen ;)
Was ich aber gemacht habe: ich habe die Taschenbeutel am Rockteil fixiert. Und man sieht es gar nicht, weil die weißen Stiche durch die weißen Striche auf dem Stoff überhaupt nicht auffallen.
Auf dem Foto schlägt das Rückenteil komische Falten, aber das liegt wohl daran, dass ich mich ein bisschen verdrehe, damit man den Tascheneingriff erkennen kann - oder eben auch nicht. Ich bin ganz glücklich darüber, dass er fast unsichtbar in der Seitennaht verschwindet!
Damit ich auch bei kühleren Temperaturen schön warm bleibe, habe ich zum Kleid Armstulpen aus Alpaka kombiniert und mein "Hamburg calling"-Tuch. Das trage ich eigentlich viel zu selten, dabei mag ich die Form und das Garn - Drops Cotton Merino - total gern. Und die Wollsocken passen auch noch dazu ;)
(Ich habe auf die Schnelle für die Fotos meine Stiefel einfach nicht gefunden ...)
Das nächste Kleid ist schon in Planung, wieder ein Ottobre-Schnitt und dieses Mal was zum Einkuscheln. Ach, Herbst ist doch schön!
Noch viel mehr herbstliche Kleidungs-Inspirationen gibt es wie immer jeden ersten Mittwoch im Monat auf dem MMM-Blog.

































